Anfangsgeschichte:

Im Jahre 1974 entwickelte sich aus einer Freundschaft die Idee, in Niedereschach einen Narrenverein zu gründen. Damals wurde ein Komitee zusammengestellt, das aus vier Personen der Fasnetfreunde und vier Personen verschiedener Vereine (Trachtenverein, Musikverein, Sportverein und Gesangverein) bestand, mit dem Ziel, in Niedereschach die Fasnet wieder aufleben zu lassen.

Die am 11.11.1975 neu gegründete Narrenzunft Niedereschach kann auf eine lange Tradition zurückblicken.

In einem alten Protokollbuch der Ifflinger zu Granegg aus dem Jahre 1584 ist zu lesen, dass an Fastnacht, am Vorabend der Fastenzeit, das Brautpaar, vor der Trauung im Dorfwirtshaus vor aller Öffentlichkeit, sich einem Verhör unterziehen musste. Schnarrgeräte und Masken wurden dabei mitgebracht. Die Schnarrgeräte dienten zum Lautmachen und die Masken zum Verstellen der Stimme.

"Schnarren" = laut machen

  • wurde in Niedereschach und in vielen Orten unserer Umgebung auch als das Wort "Schnurren" gebraucht.
  • lustige und fröhliche Menschen, Spaßmacher gingen mit einem Lärmgerät umher und machten auf sich durch ihre Lächerlichkeit aufmerksam.

Aus dieser Protokollnotiz vom 10. Mai anno 1586 leitet sich der Eschach-Schnurri, Symbolfigur der Niedereschacher Fasnet, ab. Auch in unserem Narrenruf "Radi-Radau" finden wir die Verbindung zum laut machen.

Das Narrenhäs soll den lustigen und fröhlichen Spaßmacher darstellen, die in dieser Zeit umhergingen. Die Freundlichkeit und gleichzeitige Schelmenhaftigkeit wird in der Maske des Eschach-Schnurris ausgedrückt.

Die erste Maske wurde von Manfred Schlenker entworfen und von Alfons Heimburger gefertigt, die weiteren Masken wurden vom Schemenschnitzer Karl Bösinger aus Horgn geschnitzt. Die farbliche Gestaltung von Maske und Häs stammt von Manfred Schlenker und Siegfried Hauser.

  • Das Häs besteht aus ca. 450 Plätzchen, je nach Größe, in den Farben rot und blau.
  • Der Kragen und die Strohschuhe sind Teile alter Trachten, die in Niedereschach getragen wurden.
  • Der Fuchsschwanz, als Zeichen der Redefreiheit, vervollständigt das Häs.
  • Der Schirm dient als Stütze und war auch ein Teil der alten Trachten.
  • Der Schellenstab gilt als Schnarrgerät, mit dem Lärm gemacht werden soll.
  • Das Wappen der Gemeinde Niedereschach ziert das Häs auf der Vorderseite. Es enthält die fünfblättrige Linde, das Hauptwappen derer von Ifflinger zu Granegg. Der Fisch symbolisiert die durch Niedereschach fließende Eschach.

Der erste von der Zunft entworfene Eschach-Schnurri lief im Jahre 1976.

Bis heute wurde an diesem Häs nichts geändert.

Im Jahre 1986 wurden die ersten Kontakte zur Schwarzwälder Narrenvereinigung geknüpft. Der Antrag zur Aufnahme wurde 1987 erstellt und die Patenschaft hierfür übernahm die Hexenzunft Villingen e.V.. Nach mehrjähriger Zugehörigkeit als Gastzunft wurde die Narrenzunft Niedereschach im Jahre 1992 als Vollmitglied aufgenommen.

 

Eschach-Schnurri